Nun geht mein Blog schon ins 4. Jahr!
Und er verändert sich stetig.

Waren anfänglich lange Touren bei jedem Wetter mit wenigen einfachen Bildern angesagt, so interessieren mich jetzt vor allem schöne Fotomotive - natürlich immer noch auf ausgedehnten Wanderungen und Bike-Touren.
Dafür weiche ich auch gerne auf einen sonnigen Tag aus, selbst wenn ich damit gelegentlich den Mittwoch verlassen muss. Aber natürlich bleibt in der Regel der Mittwoch "mein Tourentag".

In diesem Jahr werde ich zusätzlich zum Mittwoch auch am Donnerstag frei machen.
Das erweitert natürlich die Möglichkeiten enorm. So kommen nun auch einmal 2-tägige Wanderungen zu abgelegenen SAC-Hütten in Frage, oder auch eine Tour zur Greina-Hochebene, die ich schon lange einmal besuchen wollte.

Links zu den früheren Touren:
2012: mittwochstouren.blogspot.com
2013: mittwochstouren13.blogspot.com
2014: mittwochstouren14.blogspot.com

Kontakt: alfred-lehmann@bluewin.ch

Mittwoch, 16. September 2015

16.9.2015 Mit einem Flyer: Schüpfheim - Glaubenbielenpass - Giswil - Luzern - Sursee

Heute ist vor einer Regenfront ein Föhnsturm mit Orkanböen in den Bergen angesagt - da will ich nicht in die Bergwälder gehen - zu gefährlich.
Statt dessen löse ich einen alten Gutschein ein für die Miete eines "schnellen" Flyers mit gelber Nummer.







Zwar sitze ich darauf wie die Oma im Lehnstuhl, er ist zu kurz und zu klein für mich - aber was solls!









Ich plane eine Tour Richtung Innerschweiz und möchte mich dann vom Föhn nach Norden blasen lassen.
Kurz nach dem Start in Schüpfheim sieht alles noch ganz planmässig nach Föhn aus:



In Sörenberg mache ich eine kurze Pause und sitze noch bei warmem Sonnenschein draussen beim Kaffee, dann ändert das Wetter innert kürzester Zeit.



Der Föhn stellt ab und die Regenfront kommt rasch voran.
Im Aufstieg zum Glaubenbielenpass:  Felder von Herbstzeitlosen.



Zum Glück konnte ich neben dem Ladegerät zwei Akkus für den Flyer mitnehmen. Kurz vor der Passhöhe ist die erste Batterie leer - ich hätte hier nirgends aufladen können.
Auf der Passhöhe: düsteres Bild!



Der Regen fühlt sich in der Abfahrt an wie Tausende Nadelstiche im Gesicht.
Weiter unten lichten sich die Wolken schon wieder, und der Sarnersee kommt in Sicht:



Hier an der Sarneraa ist ein Elektrofischen im Gang.



Ich schaue von einer Brücke aus interessiert zu, da kommt eine Frau angerannt und sagt, ich dürfe keinesfalls das Metallgeländer berühren wegen möglichem Stromschlag (das habe ich zwar schon gemacht und dabei nichts gespürt).
Sie erklärt mir auf meine Nachfrage, dass man den Fluss zu Studienzwecken ganz ausfischen wolle für eine Bestandesaufnahme vor und nach einem Hochwasser. Die Fische würden dabei nur betäubt, gezählt und wieder freigelassen.

Ein Schwarm von Möven auf der Piste des Flugplatzes Alpnach...



... und hier nach einem lauten Pfiff von mir:





Das Wetter wird wieder schön!




Luzern - Postkarte.



Hier geht auch die zweite Batterie zu Ende, und ich muss eine Möglichkeit zum Aufladen suchen!

Man kann das verschiedenartig machen:

1. Während einer längeren Essenspause im Restaurant.
2. Mit einem Zug irgendwohin- und wieder zurück fahren, unterwegs die Batterie laden.
3. IMAX besuchen und während der Vorstellung aufladen lassen.

Ich wähle 1. und 3.


(Nr 2 habe ich bei meinem letzten Flyer-Ausflug erfolgreich praktiziert:

Link:  22.8.2012 Mit dem Flyer an den Lac de Joux )



Im Coop-Restaurant finde ich einen verlassenen Stecker, und anschliessend besuche ich (wieder mit einem alten Gutschein) das IMAX:  Kenia - (3D).










Wir sind nur etwa 6 Personen im Saal.







Auf der Weiterfahrt nordwärts finde ich am Strassenrand noch ein paar Blumen und wenigstens noch einen schönen Schmetterling:






Letztes Bild bei Sempach:



Ich fahre noch dem See entlang - dann neigt sich in Sursee der Tag (und auch meine Batterie) dem Ende zu.
Zeit, den Fahrplan anzuschauen und den nächsten Zug zu besteigen!


Mittwoch, 9. September 2015

9.9.2015 Mit dem Bike: Meiringen - Gental - Mägisalp - Käserstatt


Heute, bei dem angesagten schönen Wetter, will ich eine Tour mit Panorama-Aussicht machen - dafür eignet sich der Hasliberg gut.

Zwischen Meiringen und Innertkirchen: schmales Weglein mit ein paar schönen Blumen - allzu viele hat es nicht mehr im September!





Dann mache ich - entgegen der geplanten Tour - einen Abstecher ins ziemlich abgelegene Gental (Paralleltal zum Sustenpass), dieser Weg ist in meinem Bike-Büchlein auch beschrieben.



Zu hinterst wäre dann der Jochpass Richtung Melchsee Frutt und Engelberg, so weit gehe ich aber nicht.
Etwa in der Mitte zweige ich links ab zur Alp Baumgarten, dann auf der Höhe wieder zurück Richtung Mägisalp.



Bei der Alp Baumgarten...

... und hier die Mittagsrast in der Nähe (mit höhlengereiftem Bergkäse vom Gental, vor 1 h gekauft).



Der Weg dem Hang entlang wird im Bikebüchlein als schwierig beschrieben.



Ich muss immer dann marschieren und das Bike schieben (oder tragen), wenn es zu steil aufwärts geht (hier kaum), wenn der Weg zu grob ist (Steine, Felsen) oder wenn es nebenan steil runtergeht. Da bleibt auf diesem Wegstück nicht mehr allzu viel zum Fahren für mich.

Zum Glück auch! - sonst hätte ich noch diese Schlange überfahren, die mitten auf dem Weg sünnelet!




Als sie sich schliesslich langsam davonmacht, kommt noch ziemlich viel "Schlange" herunter zumWendepunkt - ich glaube sie ist nahezu einen Meter lang!



Am Kopf erkennt man dann, dass es eine (ungiftige) Natter ist - aber vielleicht nicht die häufigste Ringelnatter - ev. eine Schlingnatter?:




Wenig später gibts dann gleich noch ein weiteres Highlight: ich sehe (zum allerersten Mal im Leben) einen Trauermantel!!
Dieser Schmetterling ist unverkennbar: ziemlich gross, dunkel, mit gelben Flügelrändern.
Er fliegt vor mir am Wegrand hoch, ich sehe ihn nur etwa 5-10 Sekunden lang, aber das reicht ja.
Für dieses Ereignis stelle ich das Bike ab und warte mal eine halbe Stunde, ob er nochmal zurückkehrt - leider kommt er nicht mehr.
So bleibt halt nur die schöne Erinnerung.

Hier noch ein Bild - leider nicht von mir, sondern von einem Plakat:



Wegen dem Umweg ins Gental erreiche ich erst am späten Nachmittag die Mägisalp:



Von der Käserstatt aus: die Aare und der Brienzersee leuchten im Abendlicht, dann gehts noch toll und schnell runter zurück nach Meiringen:




Ringel- oder Schlingnatter und Trauermantel - da kann ich mehr als zufrieden sein heute!


Samstag, 29. August 2015

26./27.8.2015 Wanderung Vrin - Terrihütte - Greina-Hochebene - Bleniotal

Nun schaffe ich es - endlich - einmal die Greina-Hochebene zu besuchen, das war schon lange auf meiner Wunschliste. Sie liegt halt nicht grad am Weg, und die Anreise ist lang.

Nach einer knapp 4-stündigen Zugfahrt gehts noch fast eine Stunde lang mit dem Postauto von Ilanz durch das Val Lumnezia bis nach Vrin.










In Vrin will ich nach der langen Reise zuerst in dieser alten "Pasternaria-Conditoria-Caffe" einkehren:




Schön, vor dem Start auf dieser Terrasse einen Kaffee zu trinken:


Dann gehts die gut 1000 Höhenmeter hoch auf den Pass Deisrut.
Im Aufstieg:






(Distelfalter kommen offenbar überall vor)

Dann, kurz nach der Passhöhe gibts einen ersten eindrücklichen Blick auf die Greina-Ebene:



Nach einer weiteren Stunde bergab- und wieder hinauf kommt meine heutige Unterkunft in Sicht, die Terrihütte:


Am Abend vor dem Nachtessen nähert sich auf einmal ein Helikopter dem kleinen Platz vor der Hütte:


Zum Glück kein Notfall - er bringt nur Food für die nächsten Tage...


Letztes Abendlicht vom Hüttenfenster aus...


... und am nächsten Morgen dem neuen Tag entgegenwandern:


Die meisten Wanderer sind einen anderen Weg gegangen, und so habe ich am Morgen zunächst die ganze Ebene für mich alleine - zusammen mit dieser Schafherde:


Die Sonne übersteigt nach und nach die benachbarten Bergketten:









Auch etwas Getier ist unterwegs:








Ein Steinschmätzer.


Man kann ja auch ein Flugticket kaufen und den Arches National Park in Utah/USA besuchen - aber einfacher gehts auf dem Greinapass - etwas abseits der normalen Route:


Kurz nach der (flachen) Passhöhe des Greinapasses: die Scaletta-Hütte am Eingang zum Bleniotal:


Die Greina-Ebene ist wunderschön - und sie ist für Schweizerische Wanderverhältnisse eine geografische Besonderheit.
Sie ist 2200 - 2500 m hoch gelegen, und nur über 4 Zugänge erreichbar, je mit einer 3-5-stündigen Wanderung und 800 - 1200 Höhenmetern.
Hier ist noch gar nie ein Motorfahrzeug herumgefahren.
Man kann sie nicht in einem Tag durchqueren, es hat bei den Aufstiegsrouten je eine SAC-Hütte für Uebernachtungen:
Für den Aufstieg von Norden und von Osten (Vrin) her ist es die Terrihütte, vom Westen (Bleniotal, Campo Blenio) die Scalettahütte und von Süden (vom Lago di Luzzone) ist es die Motterascio-Hütte). 



Das übernächste, zweitletzte Bild gefällt mir besonders gut!
Ich sehe oft auf meinen Touren dunkelgelbe Schmetterlinge herumflattern, bei denen man im Flug einen dunklen Rand an den Flügeln sieht. Sobald sie irgendwo absitzen sind sie aber immer sofort "zu" und unscheinbar.


In Campo Blenio muss ich noch eine Stunde aufs Postauto warten, und da sehe ich auf einem Feld einige dieser Schmetterlinge.
Ich stelle meinen Föteler auf "Serienaufnahme", das gibt etwa 2-3 Aufnahmen pro Sekunde und ich drücke einfach den Auslöser so lange bis er von einer Blume wegfliegt, so entstehen jedesmal etwa 10-20 mehr oder weniger gleiche Bilder.
Von den etwa 150 Bildern, die ich mache, ist er auf 149 "zu" - aber dann dieses eine Bild unmittelbar beim Abflug!!:


Da bin ich jetzt aber ziemlich stolz darauf!

Nun kann ich auch in meinem grossen Buch nachschauen: Es dürfte fast sicher ein Wandergelbling oder Postillon sein.

Adieu denn, Greina-Ebene!